Neue Publikation: Footprint-Region von ATTO

Christopher Pöhlker und Co-Autoren veröffentlichten einen umfangreichen neuen Artikel, der die Footprint-Region von ATTO beschreibt. Sie hoffen, dass Kollegen aus dem Amazonasgebiet diese Publikation als Ressource und Nachschlagewerk nutzen können, um ATTO-Beobachtungen in einen größeren Kontext der Abholzung des Amazonas und der Landnutzungsänderung einzubetten. Pöhlker et al. veröffentlichten die Arbeit Open Access in Atmospheric Chemistry and Physics, Volume 19.

In ihrer Studie verwendeten sie backward trajectories, um zunächst die ATTO-Fußabdruckregion zu definieren. Mit diesem Modellierungsansatz können Sie Luftmassen in der Atmosphäre entlang ihres vermuteten Transportwegs zu ATTO zurückverfolgen. Da die Quellregionen der beobachteten Spurengase und Aerosole Tausende von Kilometern entfernt sein können, haben sie sie nicht unbedingt den ganzen Weg zurückverfolgt. Stattdessen definierten sie die Region auf dem südamerikanischen Kontinent, über die die Atmosphäre am intensivsten mit der darunter liegenden Landoberfläche interagiert. Solche Interaktionen können der Austausch von Gasen, die Aufnahme von Wasserdampf oder deren Freisetzung durch Niederschlag oder die Veränderung des Aerosolgehalts sein (z.B. Auswaschen von Aerosolen bei Regen oder Aufnahme neuer Aerosole, die in die Atmosphäre abgegeben werden).

Windrichtung und -geschwindigkeit bestimmen hauptsächlich die Lage und Größe der Footprint-Region. Bei ATTO hängt dies stark von der saisonalen Verschiebung der intertropischen Konvergenzzone (ITCZ) ab. Die Autoren fanden während der Regenzeit einen nordöstlichen Verlauf, wobei sich die Luft weitgehend über unberührten Regenwald bewegt. Während der Trockenzeit nimmt die Luft einen südöstlicheren Kurs innerhalb des Einflusses landwirtschaftlicher Flächen.

Zweitens haben sie diese ATTO-Footprint-Region weiter charakterisiert. Sie betrachteten sie in Hinblick auf Klima, Bodenbedeckung und -nutzung, Feuerregime sowie aktuelle und zukünftige Abholzungsszenarien. Sie legten großen Wert auf die vom Menschen verursachten Veränderungen in Amazonien und wie sich dies auf die bei ATTO beobachteten Daten auswirken wird. Auch wenn es heute noch möglich ist, den ungestörten Regenwald zu untersuchen, kommen sie zu dem Schluss, dass dieser in Zukunft wahrscheinlich abnehmen wird. Im Gegensatz dazu werden atmosphärische Signale von anthropogenen und klimabedingten Waldstörungen in Häufigkeit und Intensität zunehmen.