Eine turbulente Nacht im Amazonasgebiet

Polari Corrêa und seine Co-Autoren analysierten die atmosphärische Dynamik in und über der Baumkrone während einer bestimmten Nacht an ATTO. Diese Bedingungen änderten sich im Laufe der Nacht. Auf die Turbulenzen folgten die Bildung einer Gravitationswelle und eines Tiefdruckgebiets. Dieser wurde wahrscheinlich durch die Brise vom Fluss Uatumã und das hügelige Gelände verursacht. Die Studie verdeutlicht die komplexen Dynamiken und Mechanismen in der Atmosphäre über einem dichten Wald.

Parametrisierung von Bioaerosolen und ihrer Fähigkeit zur Eisbildung

Bioaerosole können als Wolkenkondensations- und Eiskerne wirken und damit die Bildung von Wolken und Niederschlägen beeinflussen. Bislang gibt es jedoch nur wenige Erkenntnisse über die Eiskernbildungsaktivität der einzelnen Bioaerosolgruppen, und atmosphärische Modelle haben bisher nicht zwischen ihnen unterschieden. Patade et al. erstellten eine neue empirische Parametrisierung für fünf Gruppen von Bioaerosolen, die auf der Analyse der Eigenschaften von Bioaerosolen an ATTO basiert: Pilzsporen, Bakterien, Pollen, pflanzlicher/tierischer/viraler Detritus und Algen. Dies ermöglicht es für jedes Wolkenmodell, die Rolle einer einzelnen Gruppe von Bioaerosolen bei der Veränderung der Wolkeneigenschaften und der Niederschlagsbildung zu erfassen.

Suche nach den fehlenden Komponenten zur gesamten OH-Reaktivität

Biogene flüchtige organische Verbindungen entfernen durch chemische Reaktionen OH aus der Atmosphäre, was Prozesse wie die Wolkenbildung beeinflusst. In einer neuen Studie zeigen Pfannerstill et al. die wichtigen Beiträge von bisher nicht berücksichtigten BVOC-Spezies und unterschätzten OVOCs zur gesamten OH-Reaktivität auf.

Kälteeinbrüche im Amazonasgebiet: Wie Kälteereignisse die Atmosphärenchemie beeinflussen

Obwohl in den Tropen gelegen, erlebt der Amazonas sporadisch Einbrüche von Kältewellen, sogenannte Friagem-Ereignisse. Sie haben einen erheblichen Einfluss auf das Wettergeschehen während der Zeit, in der sie auftreten, und verursachen zum Beispiel einen Temperaturabfall und eine erhöhte Bewölkung. Guilherme Camarinha-Neto und seine Kollegen fanden nun heraus, dass sie auch die Chemie der Atmosphäre beeinflussen.