Natürliche Nanopartikel-Bildung bei Regenfällen im Amazonas

Atmosphärische Aerosolpartikel sind für die Bildung von Wolken und Niederschlag essenziell und beeinflussen so den Energiehaushalt, den Wasserkreislauf und das Klima der Erde. Der Ursprung von Aerosolpartikeln in sauberer Luft über dem Amazonas-Regenwald während der Regenzeit ist bisher jedoch nicht geklärt. Eine neue Studie unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz zeigt, dass Regenfälle zur Neubildung großer Mengen von Nanopartikeln in der Luft über dem Blätterdach des Waldes führen.

Zum ersten Mal wurden in der Atmosphäre des Amazonas-Regenwaldes „Forever“-Chemikalien gefunden

Ivan Kourtchev und seine Kollegen entdeckten im unberührten Regenwald von ATTO eine so genannte „ewige Chemikalie“, eine bestimmte PFAS-Substanz. Ihre Analyse deutet darauf hin, dass die Verbindungen, die aufgrund ihrer Gesundheitsrisiken verboten sind, nicht lokal emittiert, sondern über weite Strecken zum Standort transportiert wurden.

Aufspüren von OH mit Hilfe von Spracherkennungstechniken

Direkte Messungen von OH-Radikalen sind selten und schwer zu erreichen. Da sie jedoch mit BVOCs reagieren, haben Ringsdorf et al. sie aus Isoprenmessungen bei ATTO abgeleitet. Dazu verwendeten sie eine Technik namens „Dynamical Time Warping“ aus dem Bereich der Spracherkennung. Akima Ringsdorf et al. veröffentlichten die Studie „Inferring the diurnal variability of OH radical concentrations over the Amazon from BVOC measurements“ Open Access in Nature Scientific Reports.